Fake News, Hoaxes, Kettenbriefe und Deepfakes
Fake News, Hoaxes, Kettenbriefe und Deepfakes – was ist der Unterschied?
- Fake News sind erfundene oder bewusst verfälschte Meldungen, die wie Nachrichten aussehen können.
- Hoaxes sind Falschmeldungen oder Warnungen, die sich viral verbreiten sollen – zum Beispiel angebliche Sicherheitswarnungen, Gewinnspiele oder Warnungen vor einer erfundenen Gefahr.
- Kettenbriefe fordern dazu auf, eine Nachricht weiterzuleiten. Sie arbeiten oft mit Angst, Mitleid, Belohnungsversprechen oder sozialem Druck: „Wenn du das nicht weiterleitest, passiert etwas Schlimmes“ oder „Schick das an zehn Personen“.
- Deepfakes sind mit KI erzeugte oder manipulierte Bilder, Videos oder Audios. Sie können Personen scheinbar etwas sagen oder tun lassen, was nie passiert ist.
Diese Begriffe überschneiden sich manchmal: Ein Deepfake kann Teil einer Falschmeldung sein, ein Kettenbrief kann einen Hoax verbreiten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Aufmerksamkeit und Emotionen nutzen können, damit Menschen schnell reagieren und Inhalte weiterverbreiten.
Meldungen, Bilder und Videos erreichen uns heute über soziale Netzwerke, Messenger, Suchmaschinen, Video-Plattformen und KI-gestützte Angebote. Nicht alles, was professionell aussieht oder oft geteilt wird, ist zuverlässig.
Desinformation bezeichnet irreführende oder falsche Inhalte, die gezielt verbreitet werden – etwa um Aufmerksamkeit zu erzeugen, Geld zu verdienen, Meinungen zu beeinflussen, Angst zu machen oder Menschen gegeneinander aufzubringen. Daneben gibt es auch Irrtümer und ungenaue Berichte, die ohne Täuschungsabsicht entstehen. Für den Umgang damit ist entscheidend: Inhalte nicht vorschnell glauben oder weiterleiten, sondern prüfen.
Erst prüfen, dann teilen
Ein hilfreicher Grundsatz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene lautet: Stopp – nachdenken – prüfen.
Vor dem Teilen können diese Fragen helfen:
- Wer steckt dahinter?
Ist eine Quelle, Autor*in oder Redaktion erkennbar? Was lässt sich über sie herausfinden? - Was wird behauptet?
Ist die Aussage konkret? Werden Belege, Daten oder nachvollziehbare Quellen genannt? - Woher stammt das Bild oder Video?
Passt es wirklich zur Meldung? Eine Rückwärtssuche mit Bildern kann helfen, ältere oder falsch zugeordnete Aufnahmen zu erkennen. - Was sagen andere verlässliche Quellen?
Wird die Information von seriösen Redaktionen, Behörden oder Fachstellen bestätigt? - Wie wirkt der Beitrag auf mich?
Macht er besonders wütend, ängstlich oder empört? Gerade dann lohnt sich eine Pause, bevor man reagiert oder weiterleitet.
Auch KI-generierte Inhalte können täuschend echt wirken. Einzelne „Erkennungsmerkmale“ reichen nicht aus, um ein Bild, Video oder Audio sicher als KI-Inhalt zu identifizieren. Entscheidend bleibt deshalb: Quelle, Kontext und unabhängige Bestätigung prüfen.
KI-generierte Inhalte und Deepfakes
Mit KI lassen sich Bilder, Videos, Stimmen und Texte erstellen oder verändern. Solche Inhalte können kreativ und sinnvoll eingesetzt werden – sie können aber auch genutzt werden, um Personen etwas sagen oder tun zu lassen, was nie passiert ist.
Wichtig: Einzelne Auffälligkeiten wie ungewöhnliche Hände, Fehler im Hintergrund oder eine „unnatürlich“ klingende Stimme sind keine verlässlichen Beweise. KI-Inhalte werden immer überzeugender, und auch echte Aufnahmen können bearbeitet oder aus dem Zusammenhang gerissen sein.
Deshalb gilt auch hier: Nicht allein auf das Material selbst schauen, sondern auf Quelle, Kontext und Bestätigung. Wer hat den Inhalt zuerst veröffentlicht? Gibt es eine vollständige Originalquelle? Berichten unabhängige, vertrauenswürdige Stellen darüber? Bei Bildern und Videos kann eine Rückwärtssuche helfen, ältere oder falsch zugeordnete Aufnahmen zu finden.
Für den Unterricht bietet die Einheit „Deepfakes erkennen und einordnen“ von Medien in die Schule einen guten Einstieg. Sie verbindet technische Grundlagen mit Fragen zu Vertrauen, Manipulation und Verantwortung beim Teilen.
zu Medien in die Schule: Deepfakes
Kettenbriefe und betrügerische Nachrichten
Kettenbriefe sind oft harmlos gemeint, können aber Angst und sozialen Druck auslösen. Kinder und Jugendliche sollten wissen: Es passiert nichts, wenn eine Kettennachricht nicht weitergeleitet wird. Niemand muss beweisen, dass er oder sie eine Freundschaft „wert“ ist, indem Nachrichten weitergeschickt werden.
Bei verdächtigen Nachrichten gilt:
- nicht antworten, nicht weiterleiten und keine Links oder Anhänge öffnen,
- Screenshots oder die Nachricht sichern, wenn sie bedrohlich, beleidigend oder betrügerisch ist,
- Absender*innen bzw. Accounts blockieren und bei der Plattform melden,
- bei Unsicherheit eine erwachsene Vertrauensperson hinzuziehen,
- bei möglichem Betrug oder einer Straftat Unterstützung holen.
Im Unterricht: Quellenkritik üben
Informationskompetenz entsteht nicht allein durch Checklisten. Kinder und Jugendliche brauchen Gelegenheit, selbst zu recherchieren, Quellen zu vergleichen und über ihre eigenen Reaktionen auf Inhalte zu sprechen.
Ein guter Einstieg ist eine Meldung, ein Bild oder ein kurzer Social-Media-Post, bei dem zunächst nur gefragt wird: Was wissen wir wirklich? Was vermuten wir? Was müssten wir prüfen? Anschließend können die Lernenden recherchieren, Quellen vergleichen und begründen, wie sie zu einer Einschätzung kommen.
Materialien und Unterrichtsideen
Für den Einstieg und die Sekundarstufe I
Das Unterrichtsmaterial „Fakt oder Fake?“ von klicksafe bietet Hintergrundwissen und Übungen zu Desinformation, Quellenkritik und dem Prüfen von Online-Inhalten.
zu klicksafe: Desinformation und Fake News
Für Recherche und Faktenchecks
Der BR24 Faktenfuchs zeigt an konkreten Beispielen, wie Behauptungen, Bilder und Videos überprüft werden. Er eignet sich gut, um mit älteren Schüler*innen Recherchewege nachzuvollziehen.
zum BR24 Faktenfuchs
Für Unterrichtsreihen und politische Medienbildung
Die Unterrichtsmaterialien von Medien in die Schule bieten Module zu Desinformation, Verschwörungserzählungen und demokratischer Gesprächskultur. Sie eignen sich besonders für Sekundarstufe I und II.
zu Medien in die Schule: Desinformation
Für Kinder und Familien
SCHAU HIN! erklärt verständlich, wie Kinder und Eltern mit Kettenbriefen, Falschmeldungen und problematischen Inhalten umgehen können.
zu SCHAU HIN!: Fake News und Kettenbriefe
Weiterführend
Nicht jede falsche Information ist absichtlich erfunden. Und nicht jede ungewohnte oder unbequeme Nachricht ist automatisch „Fake“. Ziel von Medienbildung ist deshalb nicht Misstrauen gegenüber allem, sondern ein begründetes Vertrauen: Informationen prüfen, unterschiedliche Quellen vergleichen und Unsicherheiten aushalten, bevor man urteilt oder weiterleitet.
Info: Virenwarnungen werden generell nicht als Kettenbriefe versendet, das sind alles Hoaxes. Vorsicht vor Viren, E-Mail-Würmern oder Trojanern ist jedoch bei Dateianhängen und Links in E-Mails geboten. Diese nicht öffnen, wenn man den Absender nicht kennt. Ein prüfender Blick auf die E-Mailadresse des Absenders lohnt sich, da oft ein Name aus den eigenen Kontakten verwendet wird und erst an der E-Mailadresse zu erkennen ist, ob es sich wirklich um den eigenen Kontakt handelt.