Datenschutz

Datenschutz gehört zum schulischen Alltag: bei digitalen Lernplattformen, Fotos von Schulveranstaltungen, Klassenlisten, E-Mails, Apps oder KI-Tools. Zugleich ist Datenschutz ein wichtiges Thema der Medienbildung: Kinder und Jugendliche sollen verstehen, welche Daten sie preisgeben, wie Plattformen damit arbeiten und wie sie ihre Privatsphäre schützen können.

Dieser Beitrag bietet eine erste Orientierung. Bei konkreten rechtlichen Fragen oder neuen digitalen Anwendungen gilt: frühzeitig die Schulleitung und die bzw. den Datenschutzbeauftragten der Schule einbeziehen.

Datenschutz im Schulalltag

Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine Person beziehen oder sie identifizierbar machen können – etwa Name, Adresse, Leistungsdaten, Fotos, Tonaufnahmen oder Angaben zum Förderbedarf. Besonders sensibel sind unter anderem Gesundheitsdaten, Daten zu religiösen Überzeugungen oder Informationen über familiäre Situationen.

Für die Praxis helfen drei Fragen:

  1. Ist die Verarbeitung für Unterricht oder Schulorganisation wirklich erforderlich?
  2. Welche Daten werden erhoben, wer kann sie sehen und wie lange werden sie gespeichert?
  3. Gibt es eine geeignete Rechtsgrundlage oder ist eine Einwilligung nötig?

Wichtig: Eine Einwilligung ist nicht einfach ein „Sicherheitsnetz“ für jede digitale Anwendung. Sie muss freiwillig erfolgen und darf nicht verlangt werden, wenn Schüler*innen oder Eltern faktisch keine echte Wahl haben. Besonders bei Fotos, Videos, Veröffentlichungen auf der Schulwebsite oder der Nutzung zusätzlicher externer Tools sind die konkreten Vorgaben und Zuständigkeiten zu prüfen.

Das Schuldatenschutz-Wiki Bayern bündelt rechtliche Grundlagen, Praxisfälle und Vorlagen für bayerische Schulen – etwa zu Fotos und Videos, Elternkommunikation, Cloud-Diensten, Videokonferenzen oder digitalen Lernmitteln.
Zum Schuldatenschutz-Wiki Bayern

Neue Tools, Apps und KI: erst prüfen, dann einsetzen

Digitale Werkzeuge können Unterricht bereichern, verarbeiten aber häufig personenbezogene Daten. Bevor ein neues Tool, eine App oder ein KI-Angebot mit Schüler*innen eingesetzt wird, sollte geklärt werden:

  • Welche Daten müssen Schüler*innen eingeben?
  • Ist eine Anmeldung mit personenbezogenen Daten erforderlich?
  • Wo werden die Daten verarbeitet und gespeichert?
  • Welche Verträge, Freigaben oder Datenschutzinformationen liegen vor?
  • Gibt es eine datensparsame Alternative?

Bei KI-Anwendungen gilt zusätzlich: Keine personenbezogenen Daten, Leistungsdaten, Chatverläufe oder identifizierbaren Schülerarbeiten in frei zugängliche KI-Tools eingeben. Auch scheinbar harmlose Angaben können in Kombination Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen.

Für bayerische Schulen bietet die BayernCloud Schule Informationen und freigegebene Anwendungen im schulischen Kontext. Entscheidungen über die Einführung weiterer digitaler Werkzeuge sollten immer über die dafür vorgesehenen schulischen bzw. kommunalen Wege erfolgen.

Datenschutz als Unterrichtsthema

Datenschutzunterricht sollte nicht bei Cookie-Bannern oder Passwortregeln stehen bleiben. Kinder und Jugendliche können anhand ihrer eigenen Mediennutzung untersuchen, welche Daten sie preisgeben, wie personalisierte Werbung funktioniert und welche Einstellungen ihre Privatsphäre schützen.

Geeignete Fragen für den Unterricht sind zum Beispiel:

  • Welche Daten entstehen, wenn ich ein Video anschaue oder eine App nutze?
  • Warum sehen unterschiedliche Menschen unterschiedliche Werbung oder Inhalte?
  • Was kann ich in den Privatsphäre-Einstellungen selbst beeinflussen?
  • Welche Daten sollte ich nicht über andere veröffentlichen oder weiterleiten?

Materialien und Unterrichtsideen

Für verschiedene Altersstufen

Die Materialien von klicksafe bieten einen guten Einstieg: Sie bündeln Hintergrundinformationen, Unterrichtsmaterialien und praktische Hinweise zu Privatsphäre, Tracking und Datenspuren.
zu klicksafe: Datenschutz

Für die Grundschule

Mit KABUs Zeltplatzabenteuer entdecken Kinder in Rätseln und Arbeitsblättern Themen wie Privatsphäre, Standortdaten, Passwörter, Verschlüsselung und Bildrechte. Die Materialien lassen sich gut als Einstieg oder in einzelnen Unterrichtsstunden einsetzen.
zu KABUs Zeltplatzabenteuer

Data-Kids bietet kindgerechte Informationen und Unterrichtsmaterialien zu personenbezogenen Daten, Datenschutz und den eigenen Rechten. Besonders geeignet ist das Angebot für die 4. bis 6. Jahrgangsstufe.
zu Data-Kids

Für die Sekundarstufe I

Datenschutz leicht erklärt bietet kurze Erklärvideos und passende Arbeitsblätter, zum Beispiel zu Smartphone-Sicherheit, Tracking, Passwörtern und dem Umgang mit Fotos. Lehrkräfte können einzelne Bausteine gezielt auswählen.
zu Datenschutz leicht erklärt

YoungData informiert Jugendliche verständlich über Datenschutz im Alltag – etwa zu sozialen Netzwerken, Bildrechten, personalisierter Werbung, Tracking und Überwachung. Auch Materialien zu KI und Datenschutz sind dort zu finden.
zu YoungData

Für Jugendliche und pädagogische Fachkräfte
Bei webhelm finden sich Materialien, Erklärvideos und Methoden zu Datenschutz, Persönlichkeitsrechten und Mediennutzung im Social Web. Die Angebote eignen sich besonders für die Arbeit mit Jugendlichen und lassen sich gut als Gesprächsanlass oder für einzelne Unterrichtsbausteine nutzen.
zu webhelm

Für Vertiefung und Projektarbeit
Die Unterrichtseinheiten von Medien in die Schule bieten Materialien für die Sekundarstufe I und II zu persönlicher Datenpreisgabe, Kommunikation im Netz und interessengeleiteter Suche. Sie eignen sich besonders, wenn Datenschutz nicht nur in einer Einzelstunde, sondern in einer Unterrichtsreihe behandelt werden soll.
zu Medien in die Schule: Unterrichtseinheiten

Für Jugendliche zum Weiterlesen
Der Münchner Flyer „Datenschutz und Tipps zur digitalen Selbstverteidigung“ bündelt alltagsnahe Hinweise zu Datensparsamkeit, sicheren Passwörtern, App-Berechtigungen sowie Bildern und Videos im Netz.
zum Flyer „Digitale Selbstverteidigung“

Wenn es Fragen oder Unsicherheiten gibt

Datenschutzfragen lassen sich nicht immer „nebenbei“ entscheiden. Gerade bei Veröffentlichungen, neuen Plattformen, Bild- und Tonaufnahmen, KI-Tools oder der Weitergabe sensibler Informationen sollte die Schule ein abgestimmtes Vorgehen haben.

Erste Anlaufstellen sind:

  • die Schulleitung,
  • die bzw. der Datenschutzbeauftragte der Schule,
  • für bayerische Schulen das Schuldatenschutz-Wiki,
  • bei kommunalen Einrichtungen die zuständigen Stellen des Trägers.

Datenschutz ist kein Hindernis für gute Medienbildung. Er hilft dabei, digitale Angebote bewusst auszuwählen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Rechte von Kindern, Jugendlichen und Beschäftigten zu schützen.


Dataskydd – Datenschutzcheck bei Webseiten

Die schwedische Webseite Dataskydd (zu dtsch. „Datenschutz“) prüft die Datenschutzfunktionen von Webseiten und deckt auf, wie sicher dort mit Ihren Daten umgegangen wird. Dafür geben Sie einfach die URL der Webseite an, und Dataskydd simuliert, was passiert, wenn ein Benutzer oder eine Benutzerin diese Seite mit einem normalen Browser besucht, ohne mit ihr zu interagieren. Sie erhalten eine Auswertung, wobei verschiedene Aspekte wie zum Beispiel der Serverstandort und die Anzahl der Cookies berücksichtigt werden. Auf der Webseite Dataskydd werden auch noch weitere alternative Tools aufgezeigt, mit denen Sie Webseiten prüfen können.

Hier gehts zur Webseite und im Video erklärt die Medienpädagogin Nele Hirsch die Nutzung von Dataskydd.