Wie erreicht man Eltern zu Medienerziehungsthemen? – #momuc_kita

Ein im Auftrag der Bayerischen Landesanstalt für neue Medien (BLM) durchgeführtes Projekt untersuchte Barrieren und Gelingensbedingungen in der medienerzieherischen Elternarbeit. Dabei wurde deutlich, dass der oft verwendete Begriff „schwer erreichbare Eltern“ problematisch ist, da er die Verantwortung einseitig auf die Eltern überträgt und die Heterogenität dieser Gruppe ignoriert. Stattdessen wird eine Diskursveränderung hin zu einer aktiven Fragestellung („Wie erreichen wir Eltern?“) sowie eine gezielte Ansprache spezifischer Bedarfe – etwa bei Familien in besonderen Lebenslagen oder mit Kindern mit Behinderungen – gefordert. Zudem zeigten sich bei den Medienerziehungspraktiken vor allem zwei Extreme als besonders beratungsbedürftig: zum einen vernachlässigende oder inkonsequente Eltern, zum anderen stark reglementierende und kontrollierende Eltern, die ihren Kindern notwendige Freiräume für mediale Erfahrungen verwehren.

Für eine erfolgreiche Elternarbeit in der Medienerziehung ist eine ressourcenorientierte Haltung essenziell, die Eltern auf Augenhöhe begegnet und sie nicht durch alarmistische Risikobilder verschreckt. Statt Druck auszuüben, sollten Formate wie Eltern-Kind-Workshops oder Austauschgruppen („Parent-to-Parent“) genutzt werden, um medienerzieherisches Wissen niedrigschwellig und in den Sozialraum der Familien integriert zu vermitteln. Besonders wichtig sind dabei die Vorbildrolle der Eltern, eine didaktisch angepasste Kommunikation sowie die Bereitstellung mehrsprachiger Informationen in einfacher Sprache. Abschließend unterstreicht der Vortrag, dass Fachkräfte durch eine fundierte, wissenschaftlich gestützte Beratung Sicherheit vermitteln und Eltern dabei unterstützen müssen, einen verantwortungsvollen, kindorientierten Medienumgang im Familienalltag zu finden. Der Workshop betont, dass digitale Medien in der Naturpädagogik von Kita und Hort ausschließlich als ergänzende Werkzeuge zur Vertiefung von Naturerfahrungen dienen sollten, keinesfalls als deren Ersatz. Das bedeutet „Haltung vor Methode“: Digitale Geräte wie Tablets, Endoskopkameras oder Bestimmungs-Apps sollen pädagogische Prinzipien wie sinnliche Wahrnehmung, exploratives Lernen und Naturschutz unterstützen, anstatt den direkten Kontakt zur Umwelt zu verdrängen. Fachkräfte sind dazu aufgerufen, Technik bewusst und strukturiert einzusetzen, wobei die grundlegenden sozialpädagogischen Kriterien – wie Selbsttätigkeit der Kinder, Dialogorientierung und Partizipation – auch in der digitalen Erweiterung ihre volle Gültigkeit behalten.

Referent: Christa Gebel
Dauer: ca. 40 min
#momuc_kita vom: 18.03.2026