19. Dezember 2025

Nach unserer Vorstellung vom Marktführer Suno AI im letztjährigen Adventskalender berichten wir dieses Mal von den aktuellen Entwicklungen dieser immer noch herausragenden Site zur Erstellung von KI generierter Musik und vergleichen diese mit dem Konkurenten mureka (ehemals udio).

In Suno können nach Anmeldung immer noch zehn Lieder pro Tag kostenlos produziert werden. Bei längeren Pausen sammeln sich auch Punkte für mehr Lieder an. Mureka ist ähnlich konzipiert.

Neben präzisen Eingaben zu Stil, Instrumentierung, Tempo etc. ist es auch möglich, eigene Texte hinzuzufügen. Zusätzlich werden von der KI auch gleich noch (mehr oder weniger) passende Abbildungen generiert.

Tipp: Die Prompts können inzwischen auch problemlos auf Deutsch verfasst werden, allerdings scheinen die Ergebnisse immer noch etwas präziser, wenn Englisch geschrieben wird.

Historie

Die KI war schon sehr früh in der Lage, realistische Pop- oder Rocksongs zu erstellen. Klassische- oder Weltmusik zeigt noch bis vorletztes Jahr einige Schwächen:
> Instrumente und Gesang klangen nicht besonders natürlich,
> die einzelnen Liedteile passten nicht gut zueinander,
> die Ergebnisse klangen alle irgendwie ähnlich,
> Nischen, wie z.B. Bayerische Volksmusik, hatten kaum Ähnlichkeit mit herkömmlich produzierter Musik des gleichen Stils.

Die obigen Probleme sind inzwischen weitgehend gelöst. Dazu haben wir hier einige Beispiele gesammelt.

Vergleichstest in verschiedenen Stilen

Audio KIs werden inzwischen auch gerne zur Erstellung von persönlichen Motivationsliedern genutzt.
Kolleg*innen beginnen den Unterricht dann z.B. jedes Mal mit einer KI-generierten Klassenhymne.
Für das folgende Beispiel haben wir zunächst in Gemini 3.0 einen Text generieren lassen.
Prompt: „Schreibe einen Liedtext in einer Strophe für einen motivierenden Rap Song für eine Schülerin der 5. Klasse Gymnasium in München.“

Die Rückmeldung von Gemini war wie folgt:

Titel: Münchens Zukunft (Dein Weg)
(Intro: Beat setzt ein, leichtes Vinyl-Knistern, im Hintergrund hört man leise U-Bahn-Geräusche – „Zurückbleiben, bitte“) Der Beat soll entspannt aber treibend sein.
Yo, der Wecker klingelt, 6 Uhr früh, München wird wach, Die Sonne geht auf überm Olympiadach. Der Ranzen ist schwer, voll mit Büchern und Heften, Du musst jetzt deine Kräfte mit den Großen messen. Rein in die U-Bahn, Kopfhörer auf, Welt aus, Gestern noch Grundschule, heute das große Haus.

Wir gaben diesen Text in Suno und Mureka ein und baten dabei um unterschiedliche Musikstile:


1. Moderner Pop-Rap Vibe 90 BPM

Suno

Mureka

Unsere Meinung dazu:
Im „Heimatrevier“ der KI war auch schon letztes Jahr die Qualität sehr hoch. Pop ist dann doch sehr leicht reproduzierbar.

2. Operngesang und Begleitung durch Streichquartett. Stil Liszt, Schubert

Suno

Mureka

Unsere Meinung dazu:
Suno: Etwas schnelle Intro und das Klavier klingt noch ganz leicht künstlich, aber der Gesang ist schon sehr natürlich.
Mureka: Versagt hier auf der ganzen Linie – künstliche Streicher, keinerlei Operngesang und dann auch auch noch Schlagzeug.

3. Landler, bayerische Volksmusik: Weibliches Gesangstrio, Begleitung mit Zither, Hackbrett, Bass und Akkordeon

Suno

Mureka

Unsere Meinung dazu:
Suno: Das klingt schon sehr „lokal“, aber vom weiblichen Gesangstrio ist noch nichts zu hören.
Mureka: Instrumente sind synthetischer, aber der Dreigesang ist brauchbar umgesetzt.

4. Mongolisches Volkslied; mongolischer Obertongesang (Tuva)

Instrumente: Pferdekopfgeige, Zither, Querflöte und verschiedene Trommeln – hier ein Original.
Und hier die beiden Versionen, die noch am ehesten den Vorgaben entsprechen:

Suno

Mureka

Unsere Meinung dazu:
Bei dieser sehr exotischen Anfrage sind die KIs dann doch etwas überfordert.

Allgemeines

Unserer Erfahrung nach werden die Ergebnisse immer noch mit jeder neuen Eingabe etwas schlechter, so dass oft die ersten Ergebnisse die besten sind. Zudem hat man sowohl bei Suno als auch bei Mereka mit den ersten zwei bis drei Anfragen auch noch Beispiele der aktuellsten (kostenpflichtigen) Modellversion, die immer noch deutilch bessere Ergebnisse liefert als die kostenlose Version.

Fazit

Auch dieses Jahr gibt es wieder einen Qualitätssprung, aber bei exotischen Anfragen ist immer noch Luft nach oben. Suno ist in fast allen Fällen die bessere Wahl.
Nach wie vor macht es Spaß, mit den Musik-KIs herumzuspielen. Zugleich sind die Ergebnisse jedoch erschreckend, wenn man z.B. die Konsequenzen dieser raschen Weiterentwicklung für professionelle Musiker bedenkt.

Welche Ideen mit Musik-KI fallen euch für eure pädagogische Arbeit ein?