04. Dezember 2025

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und ist inzwischen – speziell  bei der korrekter Erfüllung des „Promptwunsches“ – ein alltagstaugliches Werkzeug. Das gilt auch für Videoprojekte mit Schülerinnen und Schülern.

Wir haben für euch die Künstliche Intelligenz getestet und sind der Frage nachgegangen, wie KI aktuell in Videoprojekten für Schüler*innen eingesetzt werden kann: Von der Projektidee (Genre, Inhalt, Titel) über Drehbuchentwicklung (Logline, Plot, Storyboard) und Drehplanung bis zur Postproduktion (Musik, Poster) – seht ihr im Folgenden unseren Testlauf dazu!

Idee und Titelsuche

> Das Genre legten wir auf „Horrorkomödie“ fest. Zur Titelfindung nutzten wir ByLKI der ALP in Dillingen (nach Anmeldung kostenlos für bayerische Lehrkräfte).

> Unsere Prompts waren: „Erstelle einen Titel für eine Horrorkomödie“ und (nach der ersten KI-Antwort): „Vielleicht etwas mit Mumien und Klopapier.“

Hier kamen schon sehr ansprechende Ergebnisse zustande wie Die Klopapier-Mumie – Rollenweise SchreckenoderWickel mich, wenn du kannst! – Das Klopapier des Grauens.

Logline und Zielpublikum

> Aus dem Titel „Die Klopapier-Mumie“ ließen wir eine Logline (eine Zusammenfassung des Filminhalts in einem Satz) generieren:

Als in einer beschaulichen Kleinstadt plötzlich eine uralte Mumie erwacht – notdürftig mit Toilettenpapier umwickelt und auf der Suche nach dem weichsten Klopapier der Stadt – müssen eine chaotische Schüler-Clique und ihr überforderter Hausmeister den Fluch der „Klopapier-Mumie“ stoppen, bevor es keine einzige Rolle mehr im Ort gibt… und das Chaos seinen Lauf nimmt!

> Auf Nachfrage wurde als Zielpublikum „Jugendliche und junge Erwachsene bzw. Familien“ genannt — das passte also in den Kontext.

Plot und Drehbuch

> Wir baten um einen Plot in drei Akten mit sechs Wendepunkten (nach David Trottier, The Screenwriter’s Bible). Das Ergebnis war bereits beim ersten Durchgang brauchbar.

> Für das Drehbuch im Standardformat (ca. 20 Seiten) mussten wir mehrfach Nachfragen stellen („bitte weiter ausgeben“), um zumindest den ersten Akt vollständig zu erhalten (ca. vier DIN‑A4‑Seiten- hier ein Ausschnitt).

Storyboard und Bilder

> Die direkte Storyboard‑Generierung in ByLKI/ChatGPT gelang nicht zufriedenstellend.

> Wir nutzten daher storyboarder.ai.
Nach Eingabe des ersten Aktes war die kostenlose Ausgabe der ersten neun Einstellungen möglich.
Ein Bild ließ sich außerdem als stummes 10‑Sekunden‑Video exportieren.

> Alternative Tools mit ähnlichen Angeboten sind z. B. LTX Studio.

KI‑Videos: Möglichkeiten und Einschränkungen

Aktuelle KI‑Video‑Tools sind in der Regel auf sehr kurze Clips (ca. 10 Sekunden) beschränkt. Für längere Sequenzen von mehreren Minuten Länge sind die Kosten und der Vorbereitungsaufwand hoch (bei manchen Angeboten ca. 10 €/Minute), und es entsteht ein erheblicher zeitlicher und finanzieller Aufwand für Prompt‑Optimierung.

Der Einsatz von KI‑Videos ist daher derzeit vor allem für kurze Animationen, Simulationen oder Traumszenen sinnvoll. Selbst dann sind die Ergebnisse nicht automatisch zu den real gedrehten Sequenzen passend und erfordern viel Nacharbeit.
Hier findet ihr einen Überblick über einige aktuelle Video-Tools mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen.
Hier auch ein ausführliches Video dazu.
VEO 3 (Google) ist augenblicklich das einzige KI-Video-Tool, mit dem passende Sprache bzw. Audio-Ausgabe möglich ist.

Drehplanung mit KI

Nach erfolgloser Suche nach einem kostenlosen Tool erstellten wir selbst eine App mit dem Google AI Builder.

Der Prompt war sehr einfach:
Erstelle eine App, die basierend auf einem Drehbuch Drehtage strukturiert und eine vollständige Übersicht über benötigte Elemente (Ausrüstung, Personen vor und hinter der Kamera, Drehgenehmigungen, Transporte, Requisiten etc.) liefert.“

Dadurch ließ sich aus dem ersten Akt eine praktikable Drehtag‑Planung- hier Cineplan AI genannt – (Beispiel 1 und Beispiel 2) für drei Tage generieren.


Schnitt, Postproduktion und Datenschutz

Da das Videomaterial von den Schüler*innen selbst erstellt werden muss, ist aus datenschutzrechtlichen Gründen der Einsatz externer KI‑Dienste zum automatischen Schnitt problematisch.
Der Schnitt sollte also weiterhin manuell erfolgen, z. B. mit iMovie (iOS) für Einsteiger oder DaVinci Resolve (alle Plattformen) für Fortgeschrittene.

Filmmusik

Für KI‑gestützte Filmmusik erwies sich Suno wieder als gute Option (siehe den separaten Beitrag im Adventskalender am 19. Dezember).

Filmposter

Abschließend sei noch einmal auf Gemini/ Nano Banana verwiesen, mit dem hervorragende Filmposter erstellt werden können.
Zur kostenlosen Anmeldung bei Gemini wird nur eine Google-Mailadresse benötigt.
In der ByLKI funktioniert das Erstellen von Bildern gegenwärtig noch nicht zufriedenstellend.

Ein Tipp: Um nicht-quadratische Bilder zu erstellen, benötigt Gemini eine eingefügte transparente PNG Grafik im richtigen Format AM ENDE des Prompts!

Fazit und Empfehlung

KI kann viele Arbeitsschritte in Schulfilmprojekten beschleunigen (Titelfindung, Logline, Plot, erste Drehbuchentwürfe, Drehplanung, kurze Animationen), ersetzt aber nicht die pädagogischen und datenschutzrechtlichen Anforderungen sowie den Dreh und die manuelle Postproduktion.
NB: Die oben beschriebenen Tools sind weiterhin sehr schnellen Veränderungen bzgl. der Nutzungsszenarien und Ergebnisse unterworfen.

Viel Erfolg und Spaß beim Ausprobieren!

Bis morgen, beim nächsten Türchen des mebim-Adventskalenders! 
Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen schreibt uns gerne an kontakt@mebim.de.